Der Text des Refrains spricht Bände:
Bi Guggisbärgs het's e nöie GügguU d Hüehner finge dä Vogu genialgeng wen är am Morge früeh der Wecker git,git's eis Glöif uf em Areal
Irgendwie hat ja dieses Szenario etwas sehr menschliches. Wie gerne rennen wir den besonders Spektakulären Gockeln nach, finden genial, was besonders neu oder besondes speziell ist, oder viellecht auch besonders normal. Und es gibt ein grosses "Glöif" (sorry, dieses Wort gibt es nur in Berndeutsch); ein emsiges Treiben auf dem Areal; jeder sucht der schnellste zu sein, versucht sich noch diesen und jenen Vorteil zu holen, hier und da Kontakte zu knüpfen.
Menschen, die im Leben wissen, wo sie hin wollen, die brauchen sich nicht von eigentümlichen Gockeln ins Bockshorn jagen zu lassen, sondern freuen sich darüber und wissen, dass keiner von ihnen die letztendliche Lösung für ein Problem, oder den absolut hilfreichen Gedanken bringen kann. Stattdessen geht es darum, keinen von ihnen zu wichtig zu nehmen und den einen und den anderen anzuhören und sich selbst ein Bild zu machen. Doch das ist schwieriger als sich einfach volltrichtern zu lassen. Wir konsumieren lieber von den besonders aktiven Gockeln unter uns, statt unser Leben selber in die Hände zu nehmen - schade.
Das müssen sich wohl alle hinter die Ohren schreiben! Unsere lieben Politiker, die sich momentan in Bern mit Kindergartenverdächtigen Diskussionen lächerlich machen, weil sie nicht wissen, wie sie auf die wirklich schwierigen Fragen nach Antworten suchen sollen. Unsere Kirchen, die sich hin und her reissen lassen zwischen verschiedensten spirituellen und theologischen Impulsen, und dabei vergessen, dass vor ihrer Haustüre eine Welt warten die ihre Impulse dringend nötig hätte (und zwar die Guten). Die heutigen Medien, die nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht und nur noch Spektakel suchen und die wirklich wichtigen Meldungen bei den anderen abschreiben, wenn überhaupt.
Man könnte darüber verzweifeln, was für Hühner wir sind. doch das verrückte daran ist, dass die Lösung dafür bei uns selber anfängt. Wir müssen Fernseher und Internet ausschalten, und uns einmal nicht nur mit vorgefertigter Unterhaltung vollpumpen lassen, sondern beginnen selber kreativ zu sein. Wir müssen anfangen, nicht nur über die Politiker herzuziehen, sondern uns zu fragen, was wir denn selbst zu dieser miserablen Lage beitragen und was wir denn zu deren Besserung beitragen könnten (Wir müssen ja nicht gerade das UBS-Debakel zu lösen versuchen). Und wir Christen müssen Tag für Tag unser Herz beweglich machen, damit wir lernen hinzusehen und hinzuhören, wo denn das Evangelium von Jesus Christus durch uns sichtbar werden kann. denn deswegen sind wir Christen. Und wir werden merken, dass es nicht unbedingt der Ruf des neusten Güggels ist ,was uns interessieren soll, sondern...
Hier das Video zum Thema:
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