In der aktuellen Ausgabe der Zeitung der Schweizer Landeskirchen, "reformiert", liegt ein Dossier über die so genannten "Evangelikalen" bei. Er ist sehr interessant gemacht und gibt einen sehr gutes Bild der "Frommen" wieder, schafft es (hoffentlich) mit dem Klischee ein bisschen aufzuräumen, wir - die wir uns auf Bekehrung und persönliche Gottesbeziehung und auf die Wahrheit der Bibel berufen - wir seien alle nur verbohrte, erzkonservative Fundis, die keinen tolerieren, der uns nicht in den Kram passt, und ausserdem hätten wir noch das Gefühl, wir seien die einzig Seligen und hätten die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Nein, wir kommen wirklich sehr gut weg. Das Blatt, über dessen Inhalt ich oft nur den Kopf schütteln kann, hat hier mal etwas zu bieten, das mir wirklich Freude macht. Es wurden verschiedene Christen und christliche Veranstaltungen besucht. So zum Beispiel Hanspeter Nüesch den Christustag- Organisator und Leiter von Campus für Christus, Jugendprediger Boppi, Das "Neue Land" Grünenmatt, und andere.
Die Autoren von "reformiert" haben entdeckt, dass sich "die Evangelikalen" (ich mag dieses Wort übrigens gar nicht) nicht einfach alle in einen Topf werfen lassen. Auch wenn wir das sehr gerne tun, kommt es selten gut, wenn Menschen in Töpfe oder in Schubladen gesteckt werden (Da drin ist die Luft einfach nicht gut genug). Jeder von uns sollte sich das sagen lassen. Das 21. Jahrhundert zeigt uns, dass viele Menschen sich danach sehnen, dass die alten Töpfe zerschlagen werden. Trotzdem fangen wir wieder damit an. Wir bauen im Moment neue, grosse Töpfe auf, in denen wir Moslems, Ausländer, Manager, und was weiss ich noch für welche speziellen Menschengruppen verstauen können. Es mag sein, dass wir Unterscheide haben, und auch dass wir untereinander oft nicht klar kommen - doch mit Topf geht's nicht besser.
Es gibt ein Urproblem des Zusammenlebens: Das Lernen, dass wir anders sind (Wer gerne ein Beispiel aus der Bibel hat, lese die Geschichte von Kain und Abel in 1.Mose 4). Und wenn wir das Anderssein lernen, sehen wir möglicherweise, dass es nicht unbedingt immer die anderen sind, die anders sind, sondern vielleicht, möglicherweise, eventuell ... ich selbst.

Cartoon aus "reformiert", 6/2010
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