Mittwoch, 4. Januar 2012

Dürfen wir Bilder von Gott machen?

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Es ist schon mehrmals vorgekommen, dass ich mit Leuten darüber ins Gespräch gekommen bin, wie weit es denn überhaupt legitim sei, von Gott ein Bild zu machen. Diese Diskussion entstand meistens dann, wenn Gott in einem Film, in einem Theater oder auf einem Bild dargestellt wurde, - oder werden sollte. "Gott verbietet uns das doch in den Zehn Geboten", ist dann meistens das treffendste Argument. Und daran ist ja - mindestens in gläubigen Kreisen - nicht zu rütteln. Doch was steht denn da genau in diesem zweiten Gebot?
Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist.
Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen.
Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten Generation von denen, die mich hassen, der aber Gnade erweist an Tausenden von Generationen von denen, die mich lieben und meine Gebote halten. (2.Mose 20,4-6 ELB)
In dem Text kommen zwei Begriffe vor, die hier mit "Götterbild" und "Abbild" übersetzt werden. der erste (hebräisch päsäl) bezeichnet ein aus Holz oder Stein gehauenes Götzenbild. Der zweite (temunah) beschreibt eine künstlerisch geschaffene Figur, die etwas darstellt; zum Beispiel ein Götterwesen, oder aber auch, wie in unserem Bibeltext, etwas von dem, was im Himmel, auf der Erde oder unter der Erde existiert. Bei diesen Begriffen geht es zunächst überhaupt nicht darum, von Gott selbst (also dem Gott Israels, Elohim, JHWH...) eine Abbildung zu machen, sondern um die Anfertigung von Götterbildern, die, wie der nächste Vers zeigt, angebetet und verehrt werden sollen. Dies sagt schon das erste Gebot sehr deutlich aus ("Du sollst keine anderen Götter neben mir haben"). doch in diesem zweiten Gebot wird es noch viel deutlicher und konkreter auf den Punkt gebracht. Nämlich in der Tatsache, dass wir Menschen in der Lage sind, uns selber unsere eigenen Götter zu schaffen. Sie schauen gut aus, sind in künstlerischer Vollendung hergestellt, und sie schaffen es sogar, dass wir bereit sind, sie anzubeten und ihnen zu dienen. Wer dies tut bekommt Gottes Eifersucht zu spüren, und das wird sich über Generationen hinweg auswirken. Ich glaube, dies ist eines der wichtigsten Gebote, besonders auch deswegen, weil uns hier die Konsequenzen so deutlich und brisant vor Augen stehen. Es ist wichtig, herauszufinden, wo wir in der Gefahr stehen, uns unsere Götzenbilder herzustellen. Und wir müssen uns von ihnen abwenden.

Doch nun zur ursprünglichen Frage: Wie sieht es aus, mit unserem eigenen Gottesbild (man bemerke den feinen Unterschied zu "Götterbild")? Dürfen wir das ganz und gar nicht tun? Liegen die in 2 Mose 20,6 beschriebenen Konsequenzen automatisch auf jedem, der sich wagt, Gott in einem Film, in einem Theaterspiel oder auf einem Bild kreativ darzustellen? Zwei wesentliche Punkte sprechen meiner Meinung nach dagegen:
1. Es steht so nicht im Text der zehn Gebote. Es ist nicht die Rede davon, dass Gott abgebildet werden soll, sondern dass Bilder gemacht werden, die als Götzen verehrt und angebetet werden. Dieses Tatmotiv ist das Kriterium, und nicht das Objekt, das abgebildet wird.
2. Noch wichtiger finde ich aber das Argument, dass die Bibel voll ist von Bildern, die Gott beschreiben. Sogar in den zehn Geboten stellt sich Gott vor, als der, "der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt habe." (2 Mose 20,2). Als Jesus seinen Jüngern das Beten beibrachte, schlug er ihnen vor sich Gott als einen Vater vorzustellen, zu dem sie reden können (Matthäus 6,5-13). Gott wird auch beschrieben als Richter, als Fels, als Schöpfer, als Mensch und als vieles anderes.

Wir Menschen versuchen uns mit Hilfe dieser Bilder vorzustellen, wie Gott ist, obwohl wir selber wissen, dass es unmöglich ist, Gottes Wesen umfassend zu begreifen. Würde Gott uns dies in den zehn Geboten verbieten, wären wir hoffnungslos überfordert. Es gäbe für uns keine Möglichkeit, mit Gott in eine Beziehung zu treten, weil er dadurch völlig unzugänglich wäre. Gott fordert uns aber in diesen beiden ersten Geboten gerade dazu auf, ihn anzubeten und ihm zu dienen. Doch dies können wir nur tun, wenn wir eine klare Vorstellung von Gott als Gegenüber haben.
Natürlich müssen wir dabei trotzdem vorsichtig sein. Es geschieht leicht, dass wir von Gott eine einseitige Vorstellung haben. Die Beziehung zu ihm kann nur dann lebendig bleiben, wenn wir Gott immer wieder von einer neuen Seite kennen lernen. Unser Bild darf sich unser Leben lang erweitern. Wir können dadurch laufend neue Wege und Möglichkeiten finden, wie wir Gott anbeten und dienen können. Warum sollen uns nicht gerade auch künstlerische Darstellungen dabei helfen, Gottes Wesen auf eine neue Art zu entdecken? Nur wenn wir solche Objekte zu Götzen machen, die unser Leben bestimmen, und wir ihnen mehr Beachtung schenken als der Anbetung von Gott selbst, dann entspricht unser Leben und Handeln nicht dem, was Gott für uns in den zehn Geboten vorgesehen hat. Doch mir scheint, dass dies weit seltener geschieht, als dass uns andere Dinge zu Götzen werden, die eigentlich gar keine Ähnlichkeit mit Gott haben, und trotzdem immer wieder seinen Thron zu erklimmen versuchen. Diese müssen wir radikal aus unserem Leben entfernen. so dass der Platz wieder frei wird für die Anbetung des wahren Gottes.

Gott verbietet uns nicht, dass wir uns praktische Vorstellungen und Bilder machen von seinem Wesen und von der Art seines Wirkens. Dieses Verständnis des zweiten Gebots greift wesentlich zu kurz, und wer den Text genau liest muss sagen, dass man ihn so sogar völlig missversteht. Es geht hier nicht darum, Gott selbst darzustellen, sondern um die von Menschenhand geschaffenen Götter, die mit Gott selbst überhaupt nichts zu tun haben.
Soll Gott in einem künstlerischen Werk dargestellt werden, dann muss das sicher sehr behutsam angegangen werden. Es ist der ganz persönliche Ausdruck von der Vorstellung, die der Künstler von Gott hat. Er teilt diese seinem Publikum mit, im Wissen, dass es nur einen ganz kleinen Punkt davon beleuchtet, wie Gott wirklich ist. Eine wunderbare Möglichkeit, eine ganz neue Sicht von Gott kennen zu lernen.




Sonntag, 10. Juli 2011

Mit Nichten und Neffen

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In der Beschreibung zu einem Fernsehbeitrag über Harry Potter las ich diesen Text:

"Der achte und letzte Harry Potter Film hat in England Premiere gefeiert. ... Ist der Hype jetzt vorbei? Mit Nichten! ..."

-> ach so. Mit Nichten ist er vorbei, mit Neffen dauert er zum Glück noch an.

da ich seit knapp einer Woche Onkel eines zweiten Neffen bin (und deshalb jetzt doppelt so viele Neffen wie Nichten habe), stehen die Chancen für mich wohl ziemlich gut.



Sonntag, 3. Juli 2011

Der Heiland auf dem Schaber - oder Smalltalk im Emmental

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Ich wanderte heute wieder einmal über den Schaber - einen Hügel bei Wyssachen mit super Aussicht über das Emmental. Normalerweise wandert man da nur an Bauernhöfen, bellenden Hunden, Wiesen und Wäldern vorbei. Doch heute sind oben auf diesem Hügel einige Leute daran, Festbänke in einen Autoanhänger zu laden. Ohne gross Notiz davon zu nehmen wandere ich an ihnen vorbei. Da ruft mir einer von ihnen zu: "Wosch e Glace?". Ich war etwa eine Stunde lang in der Nachmittagssonne diesen Hügel hinauf gekraxelt, da fand ich diese Idee nicht die dümmste.

Ich müsse sie aber bezahlen, wenn ich Geld dabei hätte, - meinte er. Der letzte der gekommen sei habe eben nichts dabei gehabt und der habe auch nichts dafür gekriegt. Zum Glück hatte ich mein Geld dabei, und konnte dieses Eis käuflich erwerben. Auswählen konnte ich allerdings nicht, doch das Mokka-Eis, das mir in die Finger gedrückt wurde war mir schon recht.

- Ob sie ein Fest gehabt hätten, fragte ich.

- "Ja, Schaberpredig", sagte er, "da chunnt der Heiland aube grad z Bode, hie obe".

Ich antwortete: "Eh, das isch guet wenn dä chunnt. De louft ömu öppis!"

Wir lachten, ich verabschiedete mich und ging weiter.

Ich dankte Gott für diese netten Menschen, die ich dort oben traf, und dass ich Jesus auch begegnen kann, ohne dass ich auf einen Hügel steigen muss (Joh 4,21).




Mittwoch, 8. Juni 2011

Der Heilige Geist im Johannesevangelium

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Diesen Artikel schrieb ich kürzlich für unser Gemeinde-Magazin.


Oft geht es bei uns darum, sich zu fragen, wie wir das Wirken des Geistes mehr erleben können, oder wie wir ihm mehr Raum geben können. Wir suchen Wege, über die der Geist durch uns in der Welt etwas bewirken kann. Doch stellen wir uns einmal die Frage: „Wer ist der Geist Gottes?“

Im Johannesevangelium lesen wir in den Kapiteln 14-16 die grosse Rede Jesu, in der er seinen Jüngern erklärte, was nach seinem Tod auf sie zu kommen wird. Darin beschreibt er auch den Geist. Johannes braucht dafür das griechische Wort „parakletos“, eigentlich ein Begriff aus dem Rechtswesen, der zur Bezeichnung eines Anwalts, Fürsprechers oder einfach eines Beraters verwendet wurde.

Jesus sagt in Joh 14,16, dass Gott nach ihm einen „anderen Beistand (parakletos)“ senden werde – und das ist der Heilige Geist. Jesus ist der erste ‚parakletos’, er ist unser Beistand und Fürsprecher beim Vater (1Joh 2,1) und er stand für uns ein als er für unsere Sünde am Kreuz starb. Der Heilige Geist ist dann nicht etwa einfach ein Stellvertreter Jesu (das ist sowieso etwas, das es eigentlich gar nicht gibt), sondern er bestreitet sozusagen die Fortsetzung der Geschichte Jesu. Durch ihn werden wir noch vie grössere Dinge bewirken können, als sie Jesus selbst tat (Joh 14,12). Es ist die Aufgabe des Geistes, genau wie Jesus unser Beistand und Begleiter zu sein.

Später sagt Jesus, der Geist werde uns „alles lehren und an alles erinnern, was er gesagt hat“ (Joh 14,26). Wir dürfen wissen, dass der „andere Beistand“ uns alles lehrt, das wir wissen müssen, um ein Leben nach Gottes Willen führen zu können. Wir können dadurch die Bibel verstehen, oder auch die Geschehnisse in der Welt nach Gottes Massstäben einordnen. Und die Erinnerung an all das, was Jesus gesagt und getan hat, verbindet uns mit ihm, wie ein Weinstock mit dem Zweig verbunden ist (Joh 15,1-8). Der Geist wird als Zeuge Jesu in unserem Leben auftreten (Joh 15,26) und deswegen dürfen auch wir dieses Zeugnis in die Welt weiter tragen (V. 27).

Doch auch dabei lässt uns der Geist Gottes nicht allein. „Er wird die Welt überführen von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht“ (Joh 16,8). Da die Sünde in der Welt herrscht, wird die Botschaft von Jesus dazu führen, dass sich die Menschen entweder für oder gegen ihn entscheiden werden. Das ist etwas, das wir – als Zeugen Jesu – am eigenen Leib zu spüren bekommen. Wir werden Menschen sehen, die Jesus, annehmen, aber auch solche die ihn und damit auch uns ablehnen werden (Joh 15,18). Die Gerechtigkeit wird darin sichtbar, dass der Geist uns befähigt, nach Gottes Weisungen zu leben. Auch wenn wir nicht so vollkommen leben können wie Jesus, können wir seine Werke fortführen und als Zeugen ein Leben nach Gottes Plan leben. Und so wird der Geist der Welt offenbaren, dass das Gericht bereits gesprochen ist. Den Feind hat Jesus am Kreuz ein für alle Mal besiegt (Hebr 10,10). Durch unser Zeugnis wird die Welt dies erfahren können.

Ein Leben aus dem Geist beinhaltet alle diese Elemente. Wir dürfen ihn annehmen als persönlichen Beistand. Er wird uns lehren und erinnern, damit wir selbst als Zeugen Jesu in der Welt die Gute Botschaft bringen können. Er gibt uns viele verschiedene Gaben, als Werkzeuge mit. Er ist aber nicht nur eine ‚Werkzeugkiste’ in der wir uns bedienen können; er ist eine Person, die mit uns durchs Leben geht, genau wie Jesus dies mit seinen Jüngern getan hat. Er ist der Geist der Wahrheit und Jesus hat von ihm gesagt: „er wird euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.“ (Joh 16,13-14).





Samstag, 23. April 2011

Facebook - endlich habe ich wieder Freunde

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Wer diesen Blog verfolgt wird möglicherweise bemerkt haben, dass hier in letzter Zeit nicht mehr all zu viel los war. Die Zeit steht nicht still und schon viele Blogger, die ich regelmässig lese, veränderten ihre Aktivitäten in letzter Zeit. Facebook und Twitter veränderten die Internettätigkeiten enorm. Sie bringen viel aktuellere, unmittelbarere und interaktivere Kommunikationsmöglichkeiten als dies bisher mit Blogs und anderen Webseiten möglich war.

Seit zwei Wochen bin auch ich Teil der faszinierenden Welt von Facebook und noch daran, zu entdecken, was über dieses Medium alles möglich ist. In diesem Moment zählt mein Facebook-Profil 180 Freunde. Besonders die kleinen, schnellen und sehr aktuellen Beiträge werden nun also nicht mehr unbedingt in diesem Blog zu sehen sein, sondern auf Facebook.
Ich hoffe dass ich es schaffe, dass dieser Blog trotzdem ab und zu einen neuen Beitrag enthalten wird. Er soll vor allem für die etwas umfangreicheren Artikel Platz bieten und für Inhalte, die vielleicht etwas länger Beachtung finden dürfen als nur für ein paar wenige Stunden.




Donnerstag, 7. April 2011

Musical-Konzerte

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zum dritten Mal bin ich als Bandleiter beim Kindermusicalprojekt Songline dabei. nächste Woche haben wir drei Konzerte:
  • Freitag, 15. April, 19:30
  • Samstag, 16. April, 15:30
  • Samstag, 16. April, 19:30
Die Konzerte finden in der Aula der Schulanlage Gyrisberg in Jegenstorf statt.
Das Musical heisst "STARCH" und handelt von zwei Jugendbanden, die miteinander so einiges erleben. Neben den bisherigen Elementen Chor (110 Kinder), Tanz, Theater, Sologesang, Liveband und Videoeinspielungen werden wir dieses Jahr auch einige Raps am Start haben, die die Kinder mit einem Team vom Hip-Hop-Center Bern einstudieren.

Vielleicht lässt sich ja der eine oder andere Blogbesucher an einem unserer Konzerte sehen.





Montag, 17. Januar 2011

Gotta Go Home

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Wenn man mich mit etwas auf die Palme bringen kann, dann mit Songs, bei denen irgend so eine ohrwurmige Melodie blödsinnig endlos wiederholt wird. Das Aktuelle Beispiel wäre: "Barbara Streisand" von den zwei DJs, die sich gemeinsam "Duck Sauce" nennen (ich verzichte hier bewusst auf einen weiterführenden Link).

Wer aber denkt, dass sie diese Melodie selbst erfunden hätten liegt meilenweit (und Jahrzehnte) daneben. Hier darum ein Video zur Steigerung des allgemeinen Volksintellekts: Das Original "Gotta Go Home" von Boney M. aus dem Jahre 1979, viel Vergnügen: